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21. November 2025

Medizinisch geprüfte Texte

Herzinsuffizienz

Das Herz ist einer der leistungsstärksten Muskeln im menschlichen Körper und für unser Überleben essenziell. Mit zunehmendem Alter ist er jedoch immer größeren Belastungen ausgesetzt, die durch Krankheiten wie Bluthochdruck oder koronare Herzkrankheit verstärkt werden können. Oft droht in der Folge eine Herzinsuffizienz. Von der sogenannten Herzschwäche sind rund vier Millionen Deutsche betroffen1.

Sie gilt als eine der häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte – sowohl bei Männern als auch bei Frauen2. Umso wichtiger ist es, die Herzschwäche möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, damit sich schwere Folgeerkrankungen und eine Einschränkung der Lebensqualität verhindern lassen. Alle Informationen rund um die Erkrankung und deren Behandlung verrät der nachfolgende Beitrag.

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Herzinsuffizienz in Kürze

  • Ursachen: Koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Herzklappenerkrankung, angeborener Herzfehler, Diabetes mellitus, bestimmte Medikamente
  • Symptome: Atemnot, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, nächtlicher Harndrang, Wassereinlagerungen, Schwindelgefühle, Husten
  • Diagnose: Ultraschall, EKG, Röntgen
  • Behandlung: Behandlung der Grunderkrankung, konservative Therapie mit Medikamenten, Herzschrittmacher, sportliches Training
  • Folgen: Thrombus (Blutgerinnsel), Schlaganfall, Lungenembolie, Leberschäden, Nierenschwäche
  • Reha: kardiologische Reha als AHB oder MRA/HV
  • Prävention: Bewegung, Verzicht auf Nikotin/Drogen/Alkohol/Stress, Gewichtsreduktion, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Eine Herzinsuffizienz wird auch als Herzschwäche, Herzmuskelschwäche oder Herzleistungsschwäche bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine Erkrankung, die durch eine eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens gekennzeichnet ist. Dadurch kann das Herz den Körper mitsamt seinen Organen nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen. In der Folge drohen belastende Symptome und schwerwiegende Folgeerkrankungen, die bis zum Tode führen können.

Mann mit Yoga Matte im Arm und einem Modell Herz in der Hand

Wie entsteht eine Herzinsuffizienz?

Eine Herzinsuffizienz ist in der Regel keine Erkrankung, die für sich allein steht. Tatsächlich zeigt sie sich meist als Folge einer chronischen Belastung des Herzens durch vorausgegangene Herz- bzw. Kreislauferkrankungen. Dazu gehören:

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Was sind Symptome einer Herzinsuffizienz?

Eine Herzinsuffizienz entwickelt sich meist schleichend und über viele Jahre hinweg. Dabei treten vor allem in der Anfangsphase keine Symptome auf. Einige Patienten ahnen deshalb lange Zeit nicht einmal, dass mit ihrem Herzen etwas nicht stimmt. Und selbst wenn die ersten Symptome auftreten, werden diese oftmals ignoriert.

Welche Folgen hat eine Herzinsuffizienz?

Die Herzinsuffizienz ist eine ernstzunehmende Krankheit, die bei Nichtbehandlung kontinuierlich voranschreitet. Sie kann weitere Erkrankungen auslösen und langfristig direkt oder indirekt zum Tod führen. Häufige Folgen, die durch eine Herzmuskelschwäche ausgelöst werden können, sind:

  • Blutgerinnsel (Thromben)
  • Lungenödem, Lungenembolie
  • Leberschäden
  • Nierenschwäche
  • Herzversagen

Muss eine Herzmuskelschwäche stationär im Krankenhaus behandelt werden, liegt meist ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium vor. Statistiken zufolge beträgt das Fünf-Jahres-Überleben bei Patienten, die zum ersten Mal mit einer Herzinsuffizienz im Krankenhaus behandelt werden, ungefähr 35 Prozent6. Umso wichtiger ist es, die Herzschwäche möglichst frühzeitig zu behandeln und so die Überlebensrate signifikant zu steigern.

Mann trainiert am Fahrrad

Wie wird eine Herzinsuffizienz diagnostiziert?

Da die Symptome oft diffus sind und von den Betroffenen selbst unterschätzt werden, erfolgt die Diagnosestellung bei vielen Patienten mit einer Insuffizienz des Herzens leider viel zu spät. Dabei sind die Prognosen umso besser, je eher die Erkrankung erkannt wird. Deshalb sollte grundsätzlich jeder, der unter typischen Symptomen wie Atemnot leidet, beim Arzt um eine Abklärung bitten. Denn entgegen der weitläufig verbreiteten Meinung, ist die Herzinsuffizienz eine Erkrankung, die auch jüngere Menschen treffen kann.

Wie wird eine Herzinsuffizienz behandelt?

Ob akute oder chronische Herzinsuffizienz – die Erfolgsaussichten für Patienten sind bei einer Behandlung umso besser, je eher die Therapie einsetzt. Zwar lässt sich die Herzschwäche nicht heilen, durch die passende Behandlung können jedoch eine Verschlechterung des Zustands sowie Folgeerkrankungen verhindert werden. Bei den meisten Patienten kommen konservative Therapien zum Einsatz, in Ausnahmefällen ist eine Operation empfehlenswert.

Konservative Therapie bei Herzschwäche

Die konservative Therapie bei einer Herzschwäche setzt sich meist aus zwei essenziellen Bausteinen zusammen:

  • medikamentöse Therapie
  • Sport- und Bewegungstherapie z. B. Atem-/Kreislaufgymnastik, Wandern, Gehtraining, kardiologische Trainingsgruppe, Hockergymnastik, Ergometer

Dabei ist entscheidend, dass die Medikamente individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Oft müssen gleich mehrere Medikamente regelmäßig eingenommen werden, um die Leistungsfähigkeit des Herzens aufrechtzuerhalten. Ergänzend dazu empfiehlt sich vor allem kontrolliertes Ausdauertraining, um das Herz zu stärken. Zudem sollen Begleiterkrankungen ebenfalls behandelt werden. Dazu gehören auch Übergewicht oder Alkoholsucht.

Operative Therapie bei Herzschwäche

Operationen können bei einer akuten oder chronischen Herzinsuffizienz unter verschiedenen Umständen angeraten sein. Die individuelle Ausgangssituation des Patienten spielt dabei eine entscheidende Rolle, stets müssen Kosten und Nutzen der operativen Behandlung abgewogen werden. In Frage kommen beispielsweise die kardiale Resynchronisationstherapie (Implantation eines Dreikammerschrittmachers), Implantation eines Kardioverter-Defibrillators, Implantation eines Kunstherzes oder auch die Herztransplantation.

Wie sind die Heilungschancen einer Herzinsuffizienz?

Eine Herzschwäche ist aus heutiger medizinischer Sicht bislang nicht heilbar. Durch eine optimale Therapie kann jedoch ein Fortschreiten der Erkrankung genauso verhindert werden wie die Ausbildung von Folgeerkrankungen. Damit das Herz dank der idealen Behandlung jedoch weiterhin dazu in der Lage ist, ausreichend Blut und Sauerstoff zu pumpen, sollte diese immer so frühzeitig wie möglich beginnen. Je länger Patienten mit einer unentdeckten Herzschwäche leben, umso größer ist das Risiko für bleibende Schäden.

Was bringt eine Reha bei Herzinsuffizienz?

Während Patienten nach einem Herzinfarkt (fast) immer eine Rehabilitation angeboten bekommen, ist dies bei Patienten mit einer Herzschwäche leider nicht immer der Fall. Dabei kann die Reha als wichtiger Bestandteil der Therapie entscheidende Weichen für einen insgesamt besseren Gesundheitszustand der Patienten sowie eine Verhinderung des Fortschreitens der Erkrankung stellen.

Optimale medikamentöse Einstellung

Im Fokus steht zunächst die medikamentöse Therapie: Patienten können während der Rehabilitation optimal eingestellt werden und die korrekte Einnahme von ACE-Hemmern und Co. erlernen.

Psychoedukation und herzgesunde Lebensführung

Darüber hinaus erfahren Patienten alles Wichtige über den Umgang mit ihrer Erkrankung – sowohl in akuten Notsituationen als auch im Alltag. Die Heranführung an eine Ernährungsumstellung inklusive Gewichtsreduktion, die Integration von Sport in den Alltag sowie wichtige Informationen rund um den Stressabbau sind genauso entscheidend wie eine ausführliche psychologische Gespräche und sozialmedizinische Beratung. Denn bei einer chronischen oder akuten Herzinsuffizienz wird das Leben der Patienten nicht selten von jetzt auf gleich komplett auf den Kopf gestellt.

 

Quellenliste

1 Bundesministerium für Bildung und Forschung „Würzburger Studie: Vorstufen einer Herzschwäche bei auffallend vielen jungen Menschen“, Aktuelle Meldungen vom 19.06.2020, https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/wurzburger-studie-vorstufen-einer-herzschwache-bei-auffallend-vielen-jungen-menschen-11615.php(Datum des Zugriffs: 14.11.2022)

2 Bundesministerium für Gesundheit „Ratgeber Krankenhaus – Was Sie zum Thema Krankenhaus wissen sollten“, Broschüre, 2. Aktualisierte Auflage: Stand März 2018, https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Praevention/Broschueren/180503_BMG_RG_Krankenhaus.pdf(Datum des Zugriffs: 14.11.2022)

3 Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz – Langfassung, 3. Auflage. Version 3. 2019 [cited: 2022-11-14]. DOI: 10.6101/AZQ/000482. Kapitel 2.2; www.leitlinien.de/herzinsuffizienz

4 Deutsche Herzstiftung e.V. „Herzschwäche: Symptome sind oft unspezifisch“, https://www.herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzinsuffizienz/symptome (Datum des Zugriffs: 14.11.2022)

5 ebd.

6 Fine, Nowell „Herzinsuffizienz“, MSD Manual Ausgabe für Fachkreise, https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/herz-kreislauf-krankheiten/herzinsuffizienz/herzinsuffizienz-hf (Datum des Zugriffs: 14.11.2022)

Unser Therapie- und Leistungsangebot

Am Anfang jeder Rehabilitation steht eine umfassende Rehabilitationsdiagnostik. Sie ist der Ausgangspunkt für die Erstellung des Therapieplans, den wir individuell auf Ihre Bedürfnisse abstimmen. Nach der Reha können Sie Physiotherapie, Ergotherapie und Physikalische Therapie auf Wunsch gerne ambulant bei uns fortsetzen.

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